Die Methode des Neuro-Linguistischen Programmierens, kurz NLP, entstand in den frühen siebziger Jahren in Kalifornien. John Grinder und Richard Bandler entwarfen ein Modell für menschliche Kommunikations- und Veränderungsprozesse, das schnell seine Verbreitung fand und heute im deutschsprachigen Raum zu den wichtigsten Elementen der Weiterbildung gehört.
Bandlers und Grinders Interesse galt der Psychotherapie. Gemeinsam beschäftigten sie sich mit den Fragen:
"Was machen erfolgreiche Menschen (zuerst insbesondere Therapeuten) eigentlich anders als weniger erfolgreiche, die auf den ersten Blick genau das Gleiche tun?"
"Wie können diese Fähigkeiten so beschrieben (modelliert) werden, dass sie anderen Menschen vermittelt werden können, damit diese genauso gut wie ihre Vorbilder werden?"
Bandler und Grinder erforschten in diesem Zusammenhang die Arbeitsweisen und Kommunikationsformen der hervorragenden Psychotherapeuten Virginia Satir, Fritz Perls und Milton H. Erickson.
In der Tat hatten diese trotz unterschiedlicher therapeutischer Konzepte Gemeinsamkeiten im konkreten Handeln, die die Veränderungsprozesse der Klienten erleicherterten. Bandler und Grinder verfeinerten diese Muster und bildeten daraus ein elegantes Modell. Damit war der Grundstein für das NLP in den Jahren 1975 bis 1977 gelegt.
Starke Einflüsse kamen in den Anfangsjahren auch von Gregory Bateson, einem britischen Anthropologen, der sich ebenfalls in Kalifornien mit Kommunikation und Systemtheorie auseinander setzte, von Alfred Korzybski, dem Begründer der "Allgemeinen Semantik" und von der Transformationsgrammatik des Linguisten Noam Chomsky.
Seit den achtziger Jahren werden die Entdeckungen Bandlers und Grinders maßgeblich von Robert Dilts und Judith DeLozier, Steve und Connirae Andreas sowie Charles Faulkner weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei das Modellieren außergewöhnlicher Fähigkeiten und das Studium der subjektiven Struktur des Denkens.
Es entstanden sehr unterschiedliche Ausprägungen in so unterschiedlichen Anwendungsfeldern wie im Management, in der Persönlichkeitsentwicklung, in der Psychotherapie, in Coaching, Beratung, Supervision, im Gesundheitswesen, in Pädagogik, Didaktik und in der Kunst.
Die Erkenntnisse des NLP ermöglichen effektive und effiziente persönliche Veränderungen auf der Basis von Ziel- und Lösungsorientierung und harmonische zwischenmenschliche Beziehungen. Basierend auf Modellen der menschlichen Wahrnehmung macht NLP bewusst, welche Faktoren unser Erleben steuern, wie wir unsere Erfahrungen selbst erschaffen und verändern können.
Professionelle NLP-Ausbildungen verfolgen in diesem Zusammenhang grundsätzlich folgende Ziele:
Philosophisch betrachtet steht NLP als Pragmatische Erkenntnistheorie dem Radikalen Konstruktivismus. Das Welt- und Menschenbild des NLP beruht auf verschiedenen Vorannahmen. Dies bedeutet, dass NLP-Anwender davon ausgehen, dass diese Aussagen wahr sind, ohne deren Allgemeingültigkeit zu behaupten ("Als ob ..." Rahmen). Auf dem Hintergrund dieser Sichtweisen zu handeln und zu kommunizieren lässt unser Leben und unsere Interaktionen mit anderen effektiver, interessanter, befriedigender und reichhaltiger werden.
Erste Grundannahme: Menschen reagieren auf ihr Bild der Realität, nicht auf die Realität selbst. "Die Landkarte ist nicht das Territorium, die Speisekarte nicht das Menü."
Zweite Grundannahme: Die Basis für wirksame Kommunikation ist Rapport.
Dritte Grundannahme: Jedes Verhalten entspringt einer Absicht, die etwas Bedeutsames für den Handelnden sicherstellt. Jedes Verhalten ist in einem bestimmten Kontext eine Fähigkeit.
Vierte Grundannahme: Menschen treffen stets die beste Entscheidung, die sie zu einer gegebenen Zeit treffen können. Sie wählen den effektivsten Weg, den sie zur Zeit kennen. Lernen sie bewusst oder unbewusst eine bessere Möglichkeit kennen, werden sie diese auch nutzen.
Fünfte Grundannahme: Flexibilität: Wenn etwas nicht funktioniert, mach was anderes!
Sechste Grundannahme: Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Botschaft, die wir bekommen. In der Kommunikation gibt es keine Fehler, kein Versagen, sondern nur Erfahrungen, Ergebnisse und Feedback.
Siebte Grundannahme: Wir verfügen über die Ressourcen, die wir zur persönlichen Veränderung benötigen. Eine Veränderung kann schnell gehen und darf Spaß machen.
Achte Grundannahme: "Widerstand" ist eine Aussage über uns, nicht über unsere
Gesprächspartner.
Neunte Grundannahme: Die Energie fließt dahin, wo die Aufmerksamkeit fokussiert ist. Unsere Gefühle regulieren wir selbst.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors, Wolfgang Walker, sind die hier zusammengestellten Informationen angelehnt an Darstellungen in seinem Buch „Abenteuer Kommunikation". Außerdem empfehlen wir die Broschüre Denkanstöße - der offizielle NLP-Guide des DVNLP , die in der Geschäftsstelle des Verbands kostenlos bezogen werden kann.