In den ersten Jahrzehnten seit Ihrer Entstehung beschäftige sich die Psychologie insbesondere mit „Therapie und Heilung von Pleiten, Pech und Pannen, Krisen und Konflikten“. Sie widmete sich als Erfahrungswissenschaft dem Stand menschlicher Entwicklung, vor allem seinen Einschränkungen und Begrenzungen.


Seit Mitte der 90er Jahre legen die Neurowissenschaften Forschungsergebnisse vor, die Glück und Unglück als gänzlich unterschiedliche Systeme darstellen. Martin Seligman erkannte früh, welche Bedeutung diese Ergebnisse hatten und begründete die Positive Psychologie als neuen Zweig der akademischen Psychologie. Das Ziel ist die Verlagerung des Brennpunktes, weg von der Erforschung schlimmster Erscheinungen hin zur Forschung darüber, was ein Leben lebenswert macht. Seither beschäftigt sich die Positive Psychologie auf wissenschaftlich fundierter Basis mit folgenden Schwerpunkten:

 

  1. Die Erforschung der positiven Emotionen
  2. Die Erforschung des positiven Charakters, d.h. der Stärken und Tugenden, deren regelmäßige Ausübung positive Emotionen hervorbringt
  3. Die Erforschung der positiven Strukturen (weniger durch Psychologen, sondern vor allem durch Soziologen, Politikwissenschaftler, Anthropologen und Wirtschaftswissenschaftler) mit der Fragestellung: Welche größeren Strukturen, die auf den einzelnen Menschen wirken, unterstützen den positiven Charakter, der wiederum positive Emotionen hervorbringt.